Die kleinen Dinge
Es gibt viele Leute, die die großen Dinge tun können.
Aber es gibt sehr wenig Leute, die die kleinen Dinge tun wollen.
Mutter Teresa
Es gibt viele Leute, die die großen Dinge tun können.
Aber es gibt sehr wenig Leute, die die kleinen Dinge tun wollen.
Mutter Teresa
In den vergangenen wenigen Tagen passierte so viel um uns herum, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Die kleinen Wunder der Natur, die ich tagtäglich beobachten darf, begeistern mich sehr. Bei uns im Garten und hier auf dem Land kann man das Leben sehen und anfassen. Die Pfanzen gedeihen unaufhörlich, immer mehr Tiere zeigen sich auf meinem Weg. Die Rapsfelder strahlen leuchtendgelb. Die Luft ist erfüllt von ihrem süßlichen Duft. Die Bäume haben nun ihr grünes Kleid angenommen, an jeder Ecke blühen die bunten Frühlingsblumen und die Vögelchen zwitschern. Ich staune, wie schnell alles um mich herum wächst. So intensiv und bewusst wie in diesem Jahr habe ich die Natur bisher noch nicht erlebt. Es ist schließlich mein erster Frühling auf dem Land, fern von der Stadt. Endlich ist in mir die Ruhe eingekehrt, endlich weiß ich, dass mich die vielen Reize der Großstadt überfordert haben. Nur damals wusste ich es noch nicht. Ich dachte es muss so sein. Schließlich war ich in meinem Kopf beeinflusst, dass nur ein Leben in der Stadt Erfüllung bringt. Etwas Landluft schnupperte ich nur bei Besuchen und Durchfahrten. Ich bin in einer Metropole groß und in einer 3-Millionen-Menschen-Stadt erwachsen geworden. Als Vorstadtkind hatte ich beides direkt vor meinen Füßen: eine geschichtsträchtige, über 1000 Jahre alte Großstadt und die Natur. Denn wir lebten am Rand eines riesigen Waldes und nur zwei Kilometer von der Ostsee entfernt. Doch dann siedelten wir um, ca. 1200 km westwärts und weit über die Mauer hinaus. Plötzlich hatte ich nur noch den Gestank einer Industriestadt in der Nase, kein Wasser, kein Wald, keine frische Luft. Nur die Sehnsucht nach den großen Bäumen, der Ostsee und den alten Straßen blieb. Der Gedanke aufs Land zu ziehen, kam mir nie in den Sinn. Ganz im Gegenteil, die Metropolen reizten mich. Ich wollte was erleben, meine Sehnsucht und meine Unruhe stillen. Einen kleinen Ausgleich fand ich in abgelegenen Wäldchen oder in Parks. Aber mir fehlte trotzdem was. Der Dschungel der Großstadt, die scheinbar unendlichen Möglichkeiten und die Suche nach Abenteuern füllten die Leere in mir nicht aus.
Doch nun bin ich hier auf dem Land. Voller Liebe und Dankbarkeit. Fern von Krach, Gestank und Plastik. So nah an den Wäldern, in Stille, fast an der Ostsee, die Großstadt nicht weit weg. Und die Erkenntnis: Was braucht man mehr um glücklich zu sein?
Die warmen Sonnenstrahlen kitzelten die kleine Weinbergschnecke ganz sanft an ihren Fühlern. Endlich wachte sie aus ihrem tiefen Winterschlaf auf. Ganz langsam streckte sie sich aus und schaute um sich. Sie entdeckte den Frühling, überall sah sie eine wundervolle Welt voller bunter Farben. In ihrer schnellsten Langsamkeit kroch die kleine Schnecke auf der Terrasse Richtung Rasen, um das saftige Grün zu berühren und das erste Löwenzahnblatt zu verspeisen.
Endlich erblüht unser Garten. Der Frühling wagt sich langsam heraus und zeigt seine ersten Spitzen. Überall entdecke ich die kleinen Wunder der Natur. Sogar der erste Schnittlauch wächst schon prächtig. Er zählt zu den ältesten Gewürz- und Heilpflanzen. In einem meiner Kräuterbücher steht, dass man Schnittlauch im Mittelalter zur Ausnüchterung nach Zechgelangen benutzte. Wir schätzen es heute vor allem auf Grund seines würzigen Geschmacks und der vielen Vitamine. Am Wochenende habe ich es, nach einigen Stunden Gartenarbeit, endlich wieder geschafft, mich in der Küche auszuprobieren und so wurde aus dem ersten Gartnschnittlauch ein köstliches Pesto und eine leckere Schittlauchbutter.
Grünes Kräuterpesto
Sonnenblumenkerne in der Pfanne leicht anrösten und abkühlen lassen. Kleingeschittene Kräuter zusammen mit den Kernen, dem Parmesan, Öl pürieren und nach Bedarf abschmecken.
Schnittlauchbutter
Schnittlauch mit der Butter vermischen und abschmecken. Fertig!