Die blaue Blume

Nur noch sel­ten schei­nen die Fel­der im sat­ten Blau. Die Korn­blume, ein so­ge­nann­tes Un­kraut, wird auf kon­ven­tio­nel­len Fel­dern er­folg­reich be­kämpft, so dass die blaue Blume fast aus­ge­stor­ben ist. Da­her steht sie in­zwi­schen un­ter Na­tur­schutz.

Als Heil­pflanze hilft sie bei Pro­ble­men des Ver­dau­ungs­ap­pa­ra­tes und bei Haut­pro­ble­men. Au­ßer­dem wird sie auch gern in Tee­mi­schun­gen ver­wen­det.

Die Korn­blume ist eine Be­rei­che­rung für je­den Gar­ten und ein Muss auf je­der Bie­nen­weide, da sie eine wich­tige Nah­rungs­quelle für Wild­bie­nen und Wild­hum­meln ist. Sie bie­tet ein ho­hes Nek­tar­an­ge­bot auch für an­dere In­sek­ten.

Diese kleine Wild­hum­mel schwirrte in ei­nem wun­der­schö­nen Wie­sen­feld. Das Acker war noch sehr der Na­tur über­las­sen. Es gibt so viele ver­schie­dene Hum­mel­ar­ten. Sie un­ter­schei­den sich in der Farbe und der Größe ih­res Hin­ter­leibs, der von schwarz bis über ver­schie­dene Braun­töne auch weiß sein kann. Ein Na­tur­phä­no­men ist, dass ihre Flü­gel viel zu klein sind, um den im Verl­gleich viel zu schwe­ren Kör­per zu tra­gen. Sie fliegt trotz­dem.

Denkt sie da mal dar­über nach? Sie fliegt ein­fach.

Die Blaue Blume ist in ver­schie­de­nen Epo­chen ein wich­ti­ges Sym­bol. Sie steht für Ro­man­tik und Sehn­sucht. In der Li­te­ra­tur, Ma­le­rei und an­de­ren Küns­ten sym­bo­li­siert sie Liebe, Un­end­lich­keit und Selb­s­er­kent­niss. Die kost­bare Pflanze wird oft auch als Ver­bin­dung zu Na­tur und Mensch ge­deu­tet. Sie wurde schon in al­ten Sa­gen als sel­ten und kost­bar um­schrie­ben. Um 1795 stand sie für Wan­der­schaft. Nur der Mu­tigste und Klügste ver­mochte sie zu fin­den und suchte nachts nach ei­ner blaue Wun­der­blume. Man schriebt ihr be­son­dere Kräfte zu.

Das In­di­go­blau ist eine sehr sel­tene Farbe. Nur we­nige tro­pi­sche Ur­völ­ker kön­nen diese aus dem In­di­gostrauch ( In­digo­fera tinc­to­ria) her­stel­len. Die Haut­farbe der Men­schen schim­mert dann blau und sie zei­gen gern ihre blauen Zun­gen.

Es ist eine wund­schöne Farbe.

Die Hummelkönigin

Diese wun­der­schöne Hum­mel ent­deck­ten wir im Spät­som­mer auf ei­ner bun­ten Wiese, wel­che an ei­nem klei­nen See lag. Vie­les war hier schon grau. Zwi­schen den ver­trock­ne­ten Stän­gel wuch­sen aber noch ei­nige Rin­gel­blu­men, Wilde Mal­ven und an­dere schöne Pflan­zen.

Hier lag nun diese kö­nig­li­che Hoch­heit und ruhte auf die­ser präch­ti­gen Blüte. Der ganze Som­mer lag be­reits hin­ter ihr. Sie wirkte er­schöpft. Trotz­dem ge­noss sie die letz­ten, war­men Son­nen­strah­len. Viel­leicht sucht sie sich noch ein Ver­steck. Jung­kö­ni­gin­nen kön­nen die kalte Jah­res­zeit über­win­tern. Sie schla­fen sechs Mo­nate. Wei­tere sechs re­gie­ren sie ih­ren Staat. Hum­mel­kö­ni­gin­nen wer­den nicht viele äl­ter als zwölf Mo­nate.

Auf dem Was­ser lag et­was Ne­bel. Und zwi­schen den grauen Stän­geln leuch­te­ten die far­ben­fro­hen Blü­ten. Ich dachte an den Som­mer. So eine ab­wechs­lungs­rei­che Land­schaft muss ein Pa­ra­dies für  jede Hum­mel­kö­ni­gin sein.

Ich lasse sie. Doch für die­ses Bild nehme ich mir Zeit.

In un­se­rem Gar­ten blühte es in die­sem Jahr über­all. Wild­blu­men, Kräu­ter und an­dere Pflänz­chen lu­den nicht nur die Sechs­bei­ner zum Krab­beln, Flie­gen oder Ent­span­nen ein. Hier und da konnte ich ei­nige von ih­nen ent­de­cken und be­stim­men. Aber auch seine Nach­barn, Freunde und Feinde. Ein wun­der­schö­nes Schau­spiel der Na­tur. Danke.

Und im nächs­ten Jahr lade ich die Hum­mel­kö­ni­gin zu mir ein, auf meine bunte Blu­men­wiese.

Die Ton­töpfe, die die­sen Som­mer als Nist­hil­fen für Hum­meln die­nen soll­ten, wur­den lie­ber von Schne­cken und Wür­mern be­wohnt. Nun sind diese Töpfe klamm. Die Stelle war an­schei­nend zu feucht und die Erde zu hart. Nächs­tes Jahr su­che ich ei­nen bes­se­res Plätz­chen, z. B. eine tro­ckene Mauer oder ei­nen Sand­hau­fen mit Mäu­se­lö­chern. Viel­leicht be­su­chen mich dann noch mehr Tier­chen.

Zeit für Pilze

Alle Pilz­samm­ler wis­sen, dass ge­nau jetzt die Zeit ge­kom­men ist, um in den Wald zu ge­hen, denn die Pilze schie­ßen aus dem Wald­bo­denn und das Wet­ter ist per­fekt. Auch wir ha­ben uns auf die Su­che ge­macht. Es dau­erte nicht lange, da fan­den wir jede Menge schö­ner Ma­ro­nen und Stein­pilze. Mit Lei­den­schaft su­che ich in den ge­heim­nis­vol­len Tie­fen des Wal­des nach Pil­zen. Man muss be­son­ders lang­sam ge­hen und den Wald­bo­den ganz ge­nau be­ob­ach­ten. Al­les um mich herum wird still. Nur ab und zu knackst plötz­lich ein Ast und ich schaue schnell auf und frage mich, ob uns ein an­de­rer Pilz­samm­ler auf den Fer­sen ist. Er darf näm­lich nicht zu nahe kom­men.

Schon ganz früh nahm mich mein Va­ter zum Pil­ze­sam­meln mit und brachte mir bei, die ess­ba­ren Ar­ten zu er­ken­nen. Je­den Sonn­tag in der Pilz­sai­son hat er mich bei Wind und Wet­ter ge­gen 5.00 Uhr mor­gens ge­weckt. Wir muss­ten so früh wie mög­lich ge­hen, um noch vor den An­de­ren da zu sein. Er nahm ein Korb, zwei Äp­fel, Stul­len, Trin­ken, Mes­ser und, ganz wich­tig, Toi­let­ten­pa­pier mit. Dann mar­schier­ten wir noch im Dun­keln los. Un­ser Glück war, dass wir da­mals di­rekt am Wald wohn­ten. Doch um an die Pilz­stel­len zu ge­lan­gen, muss­ten wir trotz­dem ca. 30 Mi­nu­ten wan­dern. Als wir im Wald an­ka­men, wurde es nur lang­sam hell. Der Wald­bo­den war feucht und im Mor­gen­grauen konnte man noch nicht viel er­ken­nen. Mein Va­ter war meist der erste, der ei­nen ess­ba­ren Pilz fand und machte sich lie­be­voll lus­tig, wenn ich an ein paar gu­ten Pracht­ex­em­pla­ren vor­bei ging. Ge­le­gent­lich be­glei­tete uns ein Freund mei­nes Va­ters und seine Toch­ter, die eine sehr gute Freun­din von mir war. Zu­sam­men im Wald zu sein, war für mich wun­der­bar, denn wir hat­ten im­mer viel Freude da­bei. Der Ge­ruch des Wal­des, die Stille und die wun­der­schö­nen Pilze, die man fin­det, weck­ten in mir eine große Lei­den­schaft für das Pil­ze­sam­meln. Wie schön, dass un­sere Körbe auch in die­sem Herbst wie­der reich­lich ge­füllt sind.

Ein kilometerbreiter Strand

Ich konnte es kaum glau­ben, als wir auf der In­sel Rømø an­ge­kom­men sind. Weit und breit wa­ren nur Strand, Meer und Dü­nen zu se­hen. Glück­li­cher konnte ich nicht sein. Ich, das Ost­see­kind, die vom Meer ge­küsst wurde, stand nun wie­der hier und at­mete die fri­sche Brise in mich ein. Das Wet­ter war herr­lich. Die Sonne wärmte un­sere Ge­sich­ter und der Him­mel strahlte wie­der in sei­nem schöns­ten Blau. Wun­der­voll, dass wir an die­sem Ort mit un­se­rem Auto ste­hen blei­ben durf­ten. Wir ver­brach­ten den ers­ten Tag auf dem Strand von Rømø.