Ringelblumen

In un­se­rem Gar­ten wach­sen an vie­len Stel­len gelbe und orange Rin­gel­blu­men. Bie­nen und an­dere In­sek­ten kos­ten gerne von dem Nek­tar die­ser schö­nen Heil­pflanze. Für uns Men­schen wirkt sie als Wund­heil­mit­tel ge­gen Ver­let­zun­gen, Ver­gif­tun­gen und Krebs­er­kran­kun­gen. Ein Tee aus ge­trock­ne­ten Blü­ten hilft bei re­gel­mä­ßi­ger Ein­nahme ge­gen Frau­en­pro­bleme.

Am Waldrand — In der Stille

Wie­viel Schö­nes ist auf Er­den
Un­schein­bar ver­streut;
Möcht ich im­mer mehr des inne wer­den;
Wie­viel Schön­heit, die den Ta­glärm scheut,
In be­scheid­nen alt und jun­gen Her­zen!
Ist es auch ein Duft von Blu­men nur,
Macht es hol­der doch der Erde Flur,
Wie ein Lä­cheln un­ter vie­len Schmer­zen.

Chris­tian Mor­gen­stern

Der Storch von nebenan

Zur Tag­und­nacht­glei­che, ha­ben wir im Dorf von ne­benan end­lich wie­der un­se­ren Weiß­storch ›Ade­bar‹ ge­sich­tet. Er ist ei­ner der Klap­per­stör­che aus un­se­rer Um­ge­bung, den man schon sehr früh im Jahr be­grü­ßen kann. Der be­ringte, treue Nach­bar, fliegt zum Über­win­tern näm­lich nicht so weit, wie die an­de­ren sei­ner Art. Statt in Afrika, ver­bringt ›Ade­bar‹ seine Win­ter lie­ber in Spa­nien. Wahr­schein­lich, um wie­der schnell in sei­nem ge­lieb­ten Meck­len­burg zu sein. Nun war­tet der schöne Storch sehn­lichst auf seine Art­ge­nos­si­nen, um mit ih­nen im Som­mer zu klap­pern und schöne Tage auf der Wiese, im Nest oder in den Lüf­ten zu ver­brin­gen.

Zeit für Pilze

Alle Pilz­samm­ler wis­sen, dass ge­nau jetzt die Zeit ge­kom­men ist, um in den Wald zu ge­hen, denn die Pilze schie­ßen aus dem Wald­bo­denn und das Wet­ter ist per­fekt. Auch wir ha­ben uns auf die Su­che ge­macht. Es dau­erte nicht lange, da fan­den wir jede Menge schö­ner Ma­ro­nen und Stein­pilze. Mit Lei­den­schaft su­che ich in den ge­heim­nis­vol­len Tie­fen des Wal­des nach Pil­zen. Man muss be­son­ders lang­sam ge­hen und den Wald­bo­den ganz ge­nau be­ob­ach­ten. Al­les um mich herum wird still. Nur ab und zu knackst plötz­lich ein Ast und ich schaue schnell auf und frage mich, ob uns ein an­de­rer Pilz­samm­ler auf den Fer­sen ist. Er darf näm­lich nicht zu nahe kom­men.

Schon ganz früh nahm mich mein Va­ter zum Pil­ze­sam­meln mit und brachte mir bei, die ess­ba­ren Ar­ten zu er­ken­nen. Je­den Sonn­tag in der Pilz­sai­son hat er mich bei Wind und Wet­ter ge­gen 5.00 Uhr mor­gens ge­weckt. Wir muss­ten so früh wie mög­lich ge­hen, um noch vor den An­de­ren da zu sein. Er nahm ein Korb, zwei Äp­fel, Stul­len, Trin­ken, Mes­ser und, ganz wich­tig, Toi­let­ten­pa­pier mit. Dann mar­schier­ten wir noch im Dun­keln los. Un­ser Glück war, dass wir da­mals di­rekt am Wald wohn­ten. Doch um an die Pilz­stel­len zu ge­lan­gen, muss­ten wir trotz­dem ca. 30 Mi­nu­ten wan­dern. Als wir im Wald an­ka­men, wurde es nur lang­sam hell. Der Wald­bo­den war feucht und im Mor­gen­grauen konnte man noch nicht viel er­ken­nen. Mein Va­ter war meist der erste, der ei­nen ess­ba­ren Pilz fand und machte sich lie­be­voll lus­tig, wenn ich an ein paar gu­ten Pracht­ex­em­pla­ren vor­bei ging. Ge­le­gent­lich be­glei­tete uns ein Freund mei­nes Va­ters und seine Toch­ter, die eine sehr gute Freun­din von mir war. Zu­sam­men im Wald zu sein, war für mich wun­der­bar, denn wir hat­ten im­mer viel Freude da­bei. Der Ge­ruch des Wal­des, die Stille und die wun­der­schö­nen Pilze, die man fin­det, weck­ten in mir eine große Lei­den­schaft für das Pil­ze­sam­meln. Wie schön, dass un­sere Körbe auch in die­sem Herbst wie­der reich­lich ge­füllt sind.