Anemonen

geschrieben von Ilonka

lilane Anemonen

Sie sprießen licht aus Wal­des­nacht,
Ohne rei­chen Duft, ohne Far­ben­pracht,
Unter den großen, alten Bäumen,
Über das Moos wie flu­tend Träumen:
Wann der Wind vor­über streicht,
Neigen sie ihre Köpf­chen leicht,
Aber wo die Sonne licht
Durch die Blät­ter­kronen bricht,
Saugen sie all das gol­dige Scheinen
Sehn­suchts­voll in den Kelch, den kleinen.
So blühen sie scheu, ohne Glanz und Pracht:
Die lichten Kinder der Waldesnacht.

The­rese Dahn